Pädagogisches Konzept

Der pädagogische Anspruch orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder 

Fördern und Fordern

Konzeption

Allen Schülerinnen und Schülern soll eine begabungsgerechte individuelle Förderung ermöglicht werden. Deshalb hat das Förderkonzept der Grundschule Nadorst die Schwerpunkte,

  • Kinder mit Lernschwierigkeiten und Lernlücken soweit zu fördern, dass sie eine sichere Grundlage für das Weiterlernen erhalten;
  • Kindern mit außergewöhnlichen Lernmöglichkeiten und Begabungen Anreize und Hilfen für weiteren Wissenszuwachs zu bieten.
  • Kindern mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen Hilfen entsprechend des individuell erstellten Förderplans zu gewähren.

Grundsätzlich gilt: Jede Unterrichtsstunde ist eine Förderstunde, sofern individuelle Lernprozesse konsequent angeregt und unterstützt werden. Kinder der Grundschule Nadorst lernen, selbstständig zu arbeiten und erfahren täglich, dass jedes Kind so akzeptiert wird, wie es ist. Die Schule führte von 1996-2016 Integrationsklassen und nahm am Regionalen Integrationskonzept (RIKO) teil. Seit dem 01.08.2013 werden inklusive Jahrgänge beschult.

Diagnostik

Im Rahmen der Dokumentation der individuellen Lernentwicklung ab Jahrgang 2006/07 werden die Lernstände aller Schüler mit einheitlichen Beobachtungsbögen protokolliert. 
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kindern mit besonderen Lernerschwernissen und Verhaltensauffälligkeiten nachhaltig geholfen werden kann, wenn ihnen frühzeitig Unterstützung und Hilfe, d. h. adäquate Fördermaßnahmen, angeboten werden können. Geschieht das nicht frühzeitig, entwickeln Kinder mit Lernproblemen in der Auffassung, im Lerntempo, der Wahrnehmung, der Motorik oder der Sprache schnell ein negatives Selbstkonzept. Ein Defiziterlebnis zieht das nächste nach sich, eine defizitäre Erfahrung wird auf andere Lernsituationen übertragen. Hat ein Kind dann erst eine misserfolgsorientierte Einstellung entwickelt, kann ihm im Regelunterricht nur noch schwer geholfen werden.
In den ersten Wochen zu Beginn des neuen Schuljahres wird zur Optimierung des Schulanfangs die Lernausgangslage aller Schulanfängerinnen und Schulanfänger überprüft. Die Förder- und Stützmaßnahmen der Erstklassenkinder basieren dann auf der Auswertung der Ergebnisse aus den Bereichen Wahrnehmung, Motorik und Sprache und dem Erkennen von logischen Zusammenhängen sowie dem Umgang mit Zahlen, einfachen Rechenoperationen und der Laut-Buchstaben-Zuordnung. Bei einzelnen, besonders auffälligen Kindern, erfolgen weitere diagnostische Untersuchungen. In Teamgesprächen werden die inner- und außerschulischen Fördermaßnahmen festgelegt und in individuellen Förderplänen schriftlich festgehalten. Treten im Laufe der weiteren Schulzeit Schwierigkeiten auf, reagiert die Lehrkraft direkt durch binnendifferenzierende Maßnahmen. Besteht spezifischer Beratungsbedarf bieten die Förderschullehrkräfte der Schule niederschwellige Hilfen und zeigen Förderwege auf. 
Auch Kinder mit besonderen Begabungen sollen entsprechend ihrer Lern-, Leistungs- und Interessenbereiche in Kleingruppen individuell gefördert und gefordert werden, um keine Schulunlust oder Verhaltensauffälligkeiten durch Unterforderung zu entwickeln. Die Diagnostik erfolgt hier zunächst über die Klassenlehrkräfte. Eine Förderschullehrerin ist zusätzlich Ansprechpartnerin für den Bereich "Besondere Begabungen", sie berät und koordiniert Zusatzangebote.

Tabellarische Übersicht der Diagnostik/Förderplanung im 1. und 2. Schuljahr

Fördermaßnahmen

Nach dem Erfassen des individuellen Lernstandes kann eine handlungsorientierte Förderung auf dem ermittelten Niveau erfolgen und die nächsten Lernschritte bestimmt und angestrebt werden. 
Um Kindern aus ihrem misserfolgsgewohnten Denken heraus zu helfen, sie zu einem erfolgsorientierten Lernen zu bringen, liegt unser Ansatz des Förderns nicht primär auf einem Lernprogramm, das versucht, die Defizite aufzuarbeiten. Das Förderkonzept setzt bei dem an, was ein Kind bereits kann, wofür es motiviert ist, Interesse hat. Das bedeutet z. B. für ein lese-rechtschreibschwaches Kind zunächst die Entwicklung der Lese- oder Schreibmotivation an sich. Bei diesen Kindern ist erfolgreiches Fördern immer auch ganzheitliches Fördern, das die gesamte Persönlichkeit des Kindes mit allen Stärken und ihm eigenen Fähigkeiten und seiner Lernbiographie berücksichtigt.

Es gibt folgende Fördermaßnahmen:

  • Nach Möglichkeit versuchen Klassenlehrkräfte, Kinder situativ dann zu fördern, wenn ein spontaner Bedarf besteht. Diese Form der Förderung ist besonders sinnvoll, da Klassenlehrer/innen einzelne Kinder am besten kennen.
  • Durch die Arbeit nach Tages- und Wochenplänen bzw. in der Freiarbeitszeit soll weiterhin Freiraum für individuelle Zuwendung, Beobachtung und Beratung ermöglicht werden. Umfangreiche Lernmaterialien sowie Lernsoftwareangebote im Intranet der Schule bieten hochindividualisierte Angebote. Auch die Elternhilfe in den freien Arbeitszeiten stellt eine wichtige Hilfe dar und bietet zusätzliche Fördermöglichkeiten in der Einzelzuwendung.
  • Für Kinder mit deutlich abweichenden Lernständen stehen spezielle Lernmaterialen bereit, es wurden individuelle Arbeitspläne für Teilleistungsbereiche erstellt.
  • Der Lese- und Schreiberwerb wird im 1. Schuljahr durch einheitliche Handzeichen unterstützt.
  • Durch die erhöhte Anzahl von Doppelsteckungen kann zur besseren Differenzierung und Förderung beigetragen werden, indem
    • eine Klasse stundenweise von 2 Lehrkräften unterrichtet wird,
    • eine Klasse für bestimmte Unterrichtszwecke zeitweise geteilt wird,
    • eine kleine Gruppe von Kindern oder einzelne Kinder zur Erarbeitung bestimmter Lernbereiche aus dem Unterricht herausgenommen werden.
  • Durch die Angebote der eigenen Schülerbücherei werden sowohl leistungsstarke als auch leistungsschwache Leser gefördert, z.B. mit dem Antolin-Programm, einer Internetplattform zur Lesekompetenzschulung auf unterschiedlichen Leistungsniveaus.
  • Durch Kooperation mit außerschulischen Partnern können für einzelne Kinder zusätzliche Übungsphasen angeboten werden:
    • Stadt Oldenburg, Agentur Ehrensache: Mathe-Helfer als Blitzrechentrainer parallel oder zusätzlich zum Matheunterricht
    • Mentor Oldenburg e.V.: Leselernhelfer als Übungspartner für regelmäßiges Lesetraining parallel oder zusätzlich zum Deutschunterricht.
    • Diverse Kooperation mit Sportvereinen für unterrichtsergänzende Bewegungsangebote.
  • Leistungsstarke Kinder können ihre Denkbeweglichkeit in einem Computer-Programmierkurs trainieren. Parallel zum Matheunterricht der Klasse finden außerdem spezielle Fordergruppen Mathematik statt, die auf die Wettbewerbe "Mathe-Olympiade Niedersachsen" und "Mathe-Känguru" vorbereiten.

Evaluation

Regelmäßig werden die Lernstände der Kinder in Lernzielkontrollen überprüft. Außerdem gibt es eine externe Evaluation durch die landesweite Vergleichsarbeit im dritten Jahrgang. Die einzelnen Fördermaßnahmen werden in Klassen- und Fachkonferenzen regelmäßig überprüft, ihre Inhalte modifiziert und ggf. überarbeitet.
Der Schulvorstand führt jährlich eine Eltern- und Schülerbefragung in den abgehenden vierten Schuljahren durch. Alle zwei Jahre nehmen auch die Lehrkräfte daran teil.
Durch Kooperationen mit der Universität Oldenburg führen Studierende regelmäßig Projektarbeiten zur Evaluation eines mit der Schule abgesprochenen Aufgabenbereichs durch.